Newsletter Winter/Frühjahr 2021

In aller Kürze: Was ist passiert?

  • Vereinsgründung ‚Pollo Loco‘ der Projekteltern wurde von der Stadt Ypacarai genehmigt
  • Schulen starten im Februar und sind mittlerweile wieder in Präsenz: Hierfür haben wir unsere Patenkinder die nötigen Schulutensilien finanziert
  • Studierende haben nach wie vor Onlineveranstaltungen
  • Besuch unserer Koordinatorin Lisa im Heim für Menschen mit Behinderung in Ypacarai und Übergabe von Sachspenden
  • Kühlschrankspende an ein Krankenhaus, das krebskranke Kinder behandelt
  • Planung und Start eines Agrarprojektes in Kooperation des Vereins ‚Pollo Loco‘
  • Re-Start der regelmäßigen Treffen des Vereins

In den letzten Monaten hat sich viel getan, obwohl sich gleichzeitig aufgrund der Corona-Pandemie wenig geändert hat. Auch wir von CHP e.V. in Deutschland haben uns einige Gedanken gemacht, wie wir die Menschen vor Ort in dieser Zeit bestmöglich unterstützen können. Was hat sich getan? Wie ist die aktuelle Situation für unsere Patenkinder in Paraguay und welche Projekte stehen an?

Was hat sich getan?

Die Kommission unserer Projekteltern hat nun einen offiziellen Organisationstitel erhalten, indem eine Vereinsgründung bei der Stadt Ypacarai beantragt und genehmigt wurde. Hier freuen wir uns, dass wir den jungen Verein mit der Finanzierung einer Angestellten im Umfang von ca. 5h/Woche unterstützen können. Damit können wir unsere Kooperation vertiefen, unsere Koordinatorin Lisa entlasten und die Autonomie vor Ort stärken. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt Emilce, die in den letzten Jahren ehrenamtlich die Geschicke der Kommission geleitet hat, und sich als sehr zuverlässig und pflichtbewusst erwiesen hat.

Darüber hinaus konnten wir durch Sachspenden ein Krankenhaus für krebskranke Kinder und das Heim für Menschen mit Behinderung in Ypacarai unterstützen.

Wie ist die aktuelle Situation für unsere Patenkinder in Paraguay?

Nachdem die Schulen lange Zeit geschlossen hatten, ging es dieses Jahr passend zum Schulstart im Februar wieder mit dem Präsenzunterricht los. Somit konnte auch der Schulbus endlich wieder seine Arbeit aufnehmen, und alle Schüler*innen pünktlich in die Schule bringen. Wie lange der Präsenzunterricht anhält ist unklar und kann sich, wie wir das ja auch aus Deutschland kennen, wöchentlich ändern.

An den Universitäten finden weiterhin Online-Veranstaltungen statt. Einige unserer Studierenden arbeiten dabei nur über das Handy. Hier konnten wir vier Jugendliche über unser Laptop-Projekt unterstützen.

Welche Projekte stehen an?

Die Corona-Pandemie trifft die ärmsten Menschen am härtesten, vor allem in Ländern, die kein Sozialsystem finanzieren können. Diese prekäre Situation hat uns noch einmal vor Augen geführt, wie schnell durch solch eine Krise die Existenz dieser Menschen auf dem Spiel steht. Aus diesem Grund ist es uns von CHP e.V. wichtig, die Ernährungsgrundlage der Menschen in der Armensiedlung ‚La Cantera‘ langfristig zu sichern. Uli, der Mann unserer Koordinatorin Lisa, hat uns auf die Idee gebracht ein Gewächshaus zu bauen. Er hatte sich schon vor einiger Zeit über eine Anlage informiert, die mit wenig Wasser sehr effizient laufen und einen guten Ertrag bringen kann. Es soll zum einen dem Eigenverbrauch der Menschen in ‚La Cantera‘ dienen und zum anderen durch Verkauf der Lebensmittel eine weitere Möglichkeit der Einkommensgenerierung schaffen. Wir freuen uns sehr, Koke für dieses Projekt gewonnen zu haben. Koke hat vor einiger Zeit aus eigenem Interesse eine Schulung zum Thema Gewächshäuser besucht. Als wir ihn um Unterstützung fragten, war er von dem Projekt so begeistert, dass er uns innerhalb kürzester Zeit eine 20-seitige Konzeption erstellt hat. Wir sind davon überzeugt, dass das Gewächshaus-Projekt ein Erfolg wird, indem es den Menschen in ‚La Cantera‘ eine weitere Perspektive gibt und sie einen Schritt näher an die Unabhängigkeit von Spenden aus Deutschland bringt. CHP e.V. übernimmt die Anschaffungskosten von etwa 10.000€, welche das Gewächshaus, dessen Inbetriebnahme und ein Starterset von 2000 Pflanzen (Rucola, Kopfsalat, Koriander, Mangold, Basilikum) beinhalten, und stellt Koke als Verantwortlichen vor Ort für ein Jahr fest ein. Ziel ist, dass sich das Gewächshaus bereits im zweiten Jahr finanziell selbst trägt und Gewinne abwirft, welche dem Verein unserer Projekteltern ‚Pollo Loco‘ zugutekommt und verwaltet werden. Voller Tatendrang freuen wir uns darauf, das Projekt in den kommenden Wochen zu starten und – ganz im Sinne unserer Vision ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ – unseren Freunden in ‚La Cantera‘ ein neues Standbein zu schaffen.

Liebe Grüße von Eurem CHP-Team

Sämereien und Küken sind endlich da!

Nicht nur Europa ist von der Corona-Krise betroffen. Auch in den Ländern des Globalen Südens hat sich das Covid-19 Virus ausgebreitet. So auch in Paraguay. Die Einschränkungen haben fast die ganze Wirtschaft zum Erliegen gebracht. Das öffentliche Leben kann nur unter strikten Auflagen stattfinden.
Diese Krise trifft die Armen wieder besonders hart!

Erstens weil Tagelöhner ohne Erwerbsmöglichkeiten keine Chance haben ein Einkommen zu erzielen.
Zweitens weil sie keine oder nur sehr geringe Rücklagen haben, um eine gewisse Zeit der Arbeitslosigkeit zu überbrücken.
Diese ersten beiden Punkte haben zu Folge das es vielen am Nötigsten fehlt und Menschen hungern.

Drittens sind sie besonders gefährdet bei einer Infektion eines Familienmitgliedes, weil es zuhause in einer 15qm Backsteinhütte keine Möglichkeit gibt Abstand zu halten.
Viertens weil es auf der Südhalbkugel Winter wird. Das Leben kann sich nicht mehr in den Gärten abspielen und wird sich wie ein Katalysator von Punkt 3 auswirken.

CHP e.V. kann viele dieser Notlagen nicht direkt beeinflussen. Was wir können, ist sich ein Bild zu machen. Das haben wir getan. Wir haben uns ein Bild gemacht und vier Puzzleteile, vier Wege der Hilfe erkannt. Diese vier Puzzleteile ergeben nun endlich ein Bild.

Wir von CHP e.V. freuen uns, dass nun endlich 250 Küken für die Zucht von Hähnchen unterwegs sind und dass wir Sämereien organisieren konnten.
Wir von CHP e.V. freuen uns, dass es so viele Helfer*innen gibt, die mit anpacken und mehrmals die Woche Essen für bis zu 300Menschen kochen und wir freuen uns, dass wir Menschen denen es am nötigsten fehlt mit Lebensmittelpakete versorgen können.

4 Wochen Covid-19-Notfallhilfe

In Paraguay herrschen seit Wochen strikte Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Die meisten Menschen verdienen normalerweise ihr Geld als einfache Tagelöhner. Jetzt können Sie seit Wochen ihrer Arbeit nicht nachgehen und es fehlt an Nahrungsmitteln. CHP e.V. organisiert seit Anfang April Hilfen auf 4 Wegen.

Herausforderungen in der Corona-Notfallhilfe

Wir sind ‚mitten drin‘ in der zweiten Woche unserer Corona-Notfallhilfe in Paraguay. Vieles gelingt uns von CHP e.V. schon: So verteilen wir Lebensmittel an bedürftige Familien und können diese mittlerweile zusätzlich mit Desinfektionsmittel, Windeln und Vitamin C-Tabletten bestücken. Schon dreimal haben wir ein warmes Mittagessen gekocht. Gestern gab es Milchreis für bedürftige Kinder und Jugendliche, heute einen großen Topf Hackfleischsuppe.

Doch noch nicht alles läuft so, wie wir von CHP e.V. uns es wünschen. Herausforderungen gibt es zu Genüge: Lebensmittel sind teilweise ausverkauft und es gibt lange Schlangen vor den Supermärkten. Bezirke sind nach wie vor voneinander isoliert, sodass sich unser Handlungsradius auf die Region Ypacarai beschränkt. Aus diesem Grund können wir noch keine Sämereien organisieren und auch die Lieferung von 250 Küken steht noch aus.

Und dennoch sind wir positiv gestimmt. Vieles läuft gut. Vor Ort packen alle mit an und in Deutschland erreichen uns viele Spenden. Das bewegt und motiviert uns weitere Energie gegen den Hunger in Paraguay zu investieren.

Die Mundschutzmasken(pflicht)

In Deutschland gilt ab nächster Woche eine Maskenpflicht in Einkaufsläden und im Öffentlichen Personennahverkehr. In Paraguay ist sie längst schon Pflicht. Aus diesem Grund hat CHP e.V. die Familie Bracho-Paredes beauftragt Masken zu nähen. Die ersten 100 Stück sind bereits fertig und werden verteilt. 💪💪💪Wir sagen ‚muchas gracias‘ und freuen uns über die gute Zusammenarbeit!

Auf 4 Wegen durch die Coronakrise

Die Situation in Paraguay ist sehr kritisch! Die Corona-Pandemie lähmt das Land im Herzen Südamerikas. Seit Wochen wird eine strikte Ausgangssperre durchgesetzt. Einzelne Distrikte sind voneinander isoliert. Menschen können nicht mehr zur Arbeit gehen und ein Sozialstaat, wie wir ihn in Deutschland kennen, existiert nicht.

Die Armen und Bedürftigen trifft diese Krise besonders hart. Hunger breitet sich aus.  CHP e.V. organisiert seit einer Woche eine Notfallhilfe auf 4 Wegen:

  1. CHP e.V. verteilt Lebensmittel an bedürftige Familien
  2. CHP e.V. spendet Lebensmittel an Organisationen, die kostenlose Mittagessen kochen
  3. CHP e.V. organisiert Sämereien, um Gemüse anzubauen
  4. CHP e.V. finanziert die Zucht von 250 Masthähnchen

Auf diesen 4 Wegen versuchen wir von CHP e.V. dem Hunger in Paraguay die Stirn zu bieten. Für dieses Vorhaben sind wir auf Spenden angewiesen.

Bitte unterstütze die Corona-Notfallhilfe von CHP e.V. mit deiner Spende!

CHP e.V. | IBAN: DE 40 6049 1430 0138 9000 00 | GENODES1VBB| Verwendungszweck: CORONA

Lebensmittelpakete für 25 Familien

Ein Lehrer hat in der Nähe von Ypacarai 200kg Nahrungsmittel gesammelt und an 25 sehr bedürftige Familien verteilt. Wir von CHP e.V. haben Mehl, Reis, Milch, Hülsenfrüchte, Konserven, Öl, Milch, Zucker und Matetee beigesteuert.
Eine geniale Aktion, die wir gerne unterstützen. Solidarität ist in der aktuellen Lage unglaublich wertvoll und gibt uns die Motivation weiter zu machen! VAMOS!

Wie wir jetzt schon helfen und was wir aktuell organisieren

Die Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus stellen unsere Arbeit in Paraguay komplett auf den Kopf. Normalerweise ermöglichen wir benachteiligten Kindern den Zugang zu Bildung, indem wir die Schulgebühr finanzieren und den Schultransfer organisieren. Ersteres tun wir zwar immer noch, jedoch sind Schulen bis auf weiteres geschlossen.
Die Prioritäten unseres Handelns haben sich verschoben. Menschen in Paraguay beginnen zu hungern. Es geht nun darum für die kommenden Wochen und Monate vorzusorgen, um gemeinsam durch diese schwerwiegende Krise zu gehen.

Einiges gehen wir hierfür schon aktiv an: so verteilen wir Grundnahrungsmittel an besonders bedürftige Familien und an Organisationen die einen kostenlosen Mittagstisch organisieren.

Andere Dinge sind in Planung und laufen gerade an: Lisa, unsere Koordinatorin vor Ort, kümmert sich darum Desinfektionsmittel, Stoffe für Mundschutzmasken, Sämereien für den Gemüseanbau und Futter bzw. Küken für die Hähnchenzucht zu organisieren.

Wir bleiben dran und sagen Danke, an alle Menschen die uns in dieser prekären Situation unterstützen!